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Anreise nach Edinburgh

Oder: Was ich gelernt habe, wenn etwas schief geht.

Ich plane gerne und bin eigentlich meist ganz gut vorbereitet. Gerade bei Reisen an Orte, an denen ich noch nie war. Und an die ich alleine reise.

Ich hatte den Flug nach Edinburgh, das Hotel und natürlich meinen Kurs für den Bildungsurlaub früh gebucht und bis zum Start der Reise alles zusammengesucht und gekauft, was ich dachte, was ich für die Reise dringend benötigen würde.

Was ich dachte, was ich dringend bräuchte

Neben Kleidung sowie einigen Sachen zum Zeichnen und Fotografieren habe ich mich um Folgendes gekümmert:

  • Adapter Typ G: Da es in UK andere Steckerleisten gibt, habe ich einen Adapter für mein Stromkabel besorgt.
  • AirTag: Diese kleinen Tracker gibt es von Apple, aber auch günstiger von anderen Marken, und helfen beim Tracken von Gepäck.
  • ETA und Reisepass: Da Großbritannien nicht mehr Teil der EU ist, braucht man leider eine Einreisegenehmigung. Ich habe mich für den Weg über die offizielle App entschieden. Das ging sehr einfach, auch wenn ich eine Weile Probleme hatte, diesen Chip im Reisepass auslesen zu lassen. Dann noch 19 Euro zahlen und die Genehmigung wird kurz darauf für die entsprechende Reisepassnummer registriert.

Ich packte das meiste in einen großen Koffer und nur ein paar wenige Dinge in meinen Rucksack. Die wichtigsten Medikamente, den Adapter, eine leere Wasserflasche, meine Kamera, ein Buch, ein paar Snacks. Ich wollte mit leichtem Gepäck reisen, da es aus Hamburg keine Direktflüge gibt und der Hinflug somit einen Umstieg in Amsterdam beinhaltete. Da ich den Flug bei einer Airline und alle Stationen mit einem Ticket kaufte, sollte der Koffer von Hamburg bis Edinburgh durchgereicht werden. Der Koffer mit all meiner Kleidung, dem Material für meinen gebuchten Kurs, den Zeichensachen, den restlichen Medikamenten, meinem Kulturbeutel. Das würde ich ja alles eh erstmal nicht brauchen … Ahnt ihr schon was?

Nach Ewigkeiten das erste Mal wieder in einem Flugzeug.

Ab zum Flughafen

Für jemanden, die seit fast zehn Jahren nicht mehr an einem Flughafen war, war die Reise selbst überraschend einfach. Grund sind die vielen Self-Services. Für den Koffer musste ich mich nicht in eine Schlange einreihen, sondern konnte die Aufgabe über einen Automaten erledigen. Voraussetzungen war nur, dass ich mich vorher über die App der Airline eingecheckt hatte. Danach ging es noch durch die Sicherheitskontrolle. Nach nur 15 Minuten war ich mit allem fertig und könnte meine leere Flasche am kostenfreien Wasserspender im Wartebereich auffüllen. So weit, so gut.

In Amsterdam angekommen musste ich durch eine Passkontrolle für internationale Flüge. Und auch dieser Abschnitt ist komplett automatisiert. Man legt nur noch seinen Reisepass, für den man die ETA besorgt hat, auf einen Scanner und schon öffnet sich die Schranke zum internationalen Bereich des Flughafens.

Der Flug von Amsterdam war dann wieder entspannt. Alles lief problemlos und unkompliziert. In Edinburgh angekommen ging es ein zweites Mal durch die Passkontrolle mit den gleichen Scanner-Geräten wie in Amsterdam. Und schon betrat ich schottischen Boden. Schnell zum Gepäckband und auf den Koffer warten.

Tja, und ab dann wurde es kompliziert.

Princes Street

Was man wirklich braucht

Ich mache es kurz: Im Gegensatz zu mir war mein Koffer nicht in Schottland angekommen. Dank des AirTags sah ich, dass er in Amsterdam vergessen wurde. Mit einem netten Mitarbeiter der Airline habe ich noch am Flughafen die digitale Verlustmeldung ausgefüllt und bin dann mit meinem Rucksack, den ich ja extra schlank gehalten hatte, los zum Hotel. Für die Fahrt nutzte ich den Airlink-Bus, der direkt einen Maßstab setzte, wie digital fortgeschritten und unkompliziert öffentlicher Nahverkehr sein kann. Und dann saß ich im Hotel in Edinburgh und merkte, was ich wirklich brauche.

Kein Adapter notwendig
  • AirTag: Ich wusste jederzeit, wo man Koffer war. Auch diedann, wenn ich von der Airline keine Nachrichten mehr über den Status bekam. Das war beruhigend.
  • Kulturbeutel: Bürste, Zahnbürste, Zahnpasta, Feuchtigkeitscreme, Concealer, Shampoo
  • Smartphone mit Roaming
  • Kreditkarte
  • T-Shirt und Unterwäsche zum Wechseln

In Edinburgh haben die Geschäfte glücklicherweise auch sonntags geöffnet, so konnte ich ein paar Dinge sofort besorgen. Den Rest am nächsten Tag. Und da mich meine Suche im Internet mehr in die Irre führte als half: Für Drogerieprodukte geht zu „Boots“ oder „Superdrug“.

Es ist nicht schön, ohne Koffer anzukommen. Ehrlich gesagt war es eines meiner Worst-Case-Szenarien, auf das ich trotzdem nicht vorbereitet war. Aber ich habe gelernt, dass sich Lösungen finden. Und ich habe gelernt, wie nett und hilfsbereit andere Menschen, die Schotten, meine Kursteilnehmer*innen sind, wenn man einfach fragt.

Und natürlich gab es ein Happy End: Am dritten Tag kam mein Koffer endlich an und wurde durch einen Kurier in mein Hotel gebracht. Ich bin sehr froh und werde für den Rückweg ein wenig anders packen. Nur zur Sicherheit.

Und nun: Have a lovely day!

Ein Kommentar

  1. Oha, ja, wie du sagst. Das wäre auch für mich das Schlimmste, was passieren könnte. Obwohl ich mir immer sage, dass es bestimmte Dinge gibt, die will man nicht verlieren und andere kann man ja überall notfalls nachkaufen… Dennoch.. man will ja seine Sachen haben.
    Aber gut, dass es ein Happy End gab.

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