Kein guter Start ins Lesejahr. Gerade im Januar war ich beruflich stark eingebunden, sodass ich einfach keinen Kopf für Bücher hatte. Anschließend war die Frühjahrsmüdigkeit allgegenwärtig und so habe ich vor allem Hörbücher gehört und immer mal wieder ein paar eBook-Seiten auf dem Smartphone gelesen. Trotzdem waren in den ersten drei Monaten des Jahres ein paar Lese-Highlights dabei.
Statistik:
Bücher: 2
Hörbücher: 2

Qwert
Walter Moers | Hörbuch | 2025, der Hörverlag, 19 Stunden 7 Minuten, gesprochen von Andreas Fröhlich
Nachdem mich Walter Moers mit „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ nachhaltig enttäuscht hat und auch nachfolgende Bücher nicht die frühere Begeisterung auslösen konnten, ist „Qwert“ endlich wieder ein wahres Lesevergnügen, das die Stärken von Moers Geschichten wunderbar miteinander verbindet: eine fantasievolle Abenteuergeschichte mit komplett absurden Elementen. Und Fußnoten.
Qwert ist ein Dimensionsreisender, der durch Zufall in der Welt Orméa landet und dort in der Gestalt des Romanhelden Prinz Kaltbluth Abenteuer erlebt. Kaltbluth ist im Gegensatz zum friedfertigen Qwert ein tollkühner Ritter, der sich einige Freunde, aber auch viele Feinde gemacht hat. Während Qwert also versucht keine Fehler in der ihm fremden Welt zu machen, stolpert er von einer brenzligen Situation in die nächste, begegnet freundlichen, feindseligen und unheimlichen Wesen und sogar einigen bekannten Gesichtern.
Ich habe „Qwert“ als Hörbuch gehört und es war über mehrere Wochen eine unterhaltsame Abendunterhaltung. Ich mochte den ungeschickten Qwert, der sich in einer fremden Welt in der ihm unbekannten Ritter-Rolle zurechtfinden muss und bereits nach kürzester Zeit eine Katastrophe verursacht. Moers schafft es immer wieder Situationen zu schaffen, die verdeutlichen, dass wir mit unserer Sicht auf Dinge nicht immer richtig liegen, sondern dass neue Welten auch eigene Regeln haben können. Und dass gute Absichten nicht immer zu guten Ergebnissen führen.

Das Geschenk eines Regentages
Makoto Shinkai, Naruki Nagakawa | eBook | 2021, S.Fischer Verlag, 256 Seiten, übersetzt von Heike Patzschke
Wenn ihr einen ruhigen Wohlfühl-Roman sucht, ist „Das Geschenk eines Regentages“ perfekt für euch.
Der Roman besteht aus unterschiedlichen Geschichten, die alle miteinander verknüpft sind. Dabei wechselt die Perspektive immer wieder zwischen den Protagonist*innen und wir erleben das Geschehen aus der Sicht von vier Frauen und der ihrer Katzen.
So findet Miyu eines Tages den jungen Kater Chobi in einem Karton und nimmt ihn mit nach Hause. Er begleitet sie durch ihre zerbrechenden Beziehungen und ihre Einsamkeit. Während Miyu auf der Arbeit ist, entdeckt Chobi die Gärten in seiner Umgebung und trifft dort auf die Streunerin Mimi. Diese hat ihren Platz bei der jungen Kunststudentin Reina gefunden, die auf die Katze so stark wirkt, aber immer wieder mit ihrer beruflichen Zukunft hadert.
Und so strickt sich die Geschichte immer weiter. Wir erfahren von den unterschiedlichen Schicksalen der Menschen und der sowohl kindlichen als auch weisen Sicht der Katzen auf ihre Menschen. Gleichzeitig leben die Katzen ihre eigenen Geschichten, entdecken die Welt und entwickeln Freundschaften.
Dabei bleibt der Blick auf dem Alltag. Auf den kleinen Momenten. Auf Schicksalen und Gefühlen, die nachvollziehbar und menschlich sind. Die Geschichten handeln von Trauer und Einsamkeit, aber auch von Liebe und Zusammenhalt. Es ist ein gutes Buch für einen ruhigen Regentag.
Weitere Bücher
- Schecks Kanon. Die 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur – Von „Krieg und Frieden“ bis „Tim und Struppi“ | Denis Scheck | eBook
- Du musst nicht von allen gemocht werden Vom Mut, sich nicht zu verbiegen | Ichiro Kishimi, Fumitake Koga | Hörbuch

